Montag, dem 21. April 2008, um 15.00 Uhr
im Landgericht Bochum, Westring 8, Saaltrakt des C-Gebäudes
Behandlung von Sexualstraftätern in Forensik und Strafvollzug
Als Referentinnen konnten die ärztliche Direktorin der LWL-Klinik für Forensische Psychiatrie in Dortmund, Frau Ute Franz, die Abteilungsleiterin der sozialtherapeutischen Abteilung der Justizvollzugsanstalt Bochum, Frau Dipl.-Psychologin Gudrun Kallwitz sowie Frau Staatsanwältin Dr. Susanne Folkers gewonnen werden. Ihr Vortrag wird sich insbesondere zu folgenden Punkten verhalten:
Behandlung von Sexualstraftätern im Maßregelvollzug
Referentin: Ute Franz
Im Justiz- und Maßregelvollzug befindet sich eine Schnittmenge von Untergebrachten, die durchaus Ähnlichkeiten im Störungsbild und in der Delinquenz aufweisen, jedoch auf der Grundlage des Einweisungsurteils unterschiedlichen Vollzugssystemen zugeführt werden. In den Maßregelvollzug kommen Sexualstraftäter, die aufgrund einer psychischen Störung zumindest vermindert schuldfähig und für die Allgemeinheit gefährlich sind. Im Vortrag werden die Behandlungsprinzipien im psychiatrischen Maßregelvollzug von der Aufnahme bis zur Forensischen Nachsorge skizziert und Möglichkeiten, aber auch Grenzen der Therapie aufgezeigt.
Behandlung von Sexualstraftätern im Justizvollzug
Referentin: Gudrun Kallwitz
Im Justizvollzug werden Sexualstraftäter in sozialtherapeutischen Anstalten bzw. Abteilungen behandelt.
Zum einen werden die Strafgefangenen nach einem umfassenden Einweisungsverfahren direkt in eine Einrichtung eingewiesen, zum anderen können sie sich während der Haft für die Teilnahme an einer Behandlung bewerben.
Nach einer kurzen Darstellung der Organisationseinheit - hier der sozialtherapeutischen Abteilung der JVA Bochum - wird der multidisziplinäre Behandlungsansatz in der stationären Sozialtherapie mit Sexualstraftätern veranschaulicht. Schließlich wird über die Installation eines sozialen Netzwerkes, einem wichtigen Baustein für die Rückfallvermeidung, gesprochen.
Die Arbeit des Bochumer Ambulanzzentrum
Referentin: Dr. Susanne Folkers
Sicherstellung qualifzierter ambulanter Sexualstraftätertherapie bei Tätern, die nicht in einer forensischen Klinik untergebracht sind oder waren, durch ein Netzwerk von Fachleuten. Der Verein sorgt u. a. für die ambulante Nachsorge von aus der Haft entlassenen Tätern, um die Therapieerfolge im Vollzug fortzuführen und dadurch zu sichern.
Die Veranstaltung ist - wie immer - kostenfrei.